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Tiershop.de vom 20.11.2006
Zahnstein und Zahnsteinprophylaxe

Die Bildung von Zahnstein hängt von vielen Faktoren ab. Regelmäßige Pflege und Kontrollen durch den Tierarzt können die Zahngesundheit jedoch lange erhalten.

Der Zahnstein

Die Bildung von Zahnstein ist multifaktoriell. Das Alter, die Rasse, die Fütterung und vor allem individuelle Faktoren, wie Speichelmenge und Spielverhalten, spielen dabei eine Rolle. Manchmal ist das gesamte Gebiß betroffen oder aber auch nur einzelne Zähne. An den Zahnbelägen (Plaque) kommt es aufgrund des pH-Wertes, der beim Hund im alkalischen Bereich zwischen 7 und 8 liegt, zur Auskristallisation von Kalziumphosphat, Kalziumcarbonat und Magnesiumphosphat. Gleichzeitig lagern sich in diese Schichten Bakterien, Futterbestandteile und Zellreste ein. Es entsteht ein gelblich-brauner, massiver Belag.

Der mechanische Abrieb durch die Zunge und Kauvorgänge bewirkt, dass die Beläge zur Maulhöhle hin weniger stark ausgeprägt sind als zur Backe.

 

Massiver Zahnstein an den Vorder- und Fangzähnen

Die Folgen des Zahnsteins

Die Folgen sind weitreichend!

Durch den Belag am Zahnhals, werden die Zahntaschen geweitet. Der dichte Schluss zwischen Zahn und Zahnfleisch ist nicht mehr gewährleistet. Bakterien können in Richtung Zahnwurzel vordringen. Sowohl die Keimbelastung als auch die mechanische Belastung führen zu Zahnfleischentzündungen und -bluten.

Die Bestandteile des Zahnsteins sind eine "Keimbombe". Durch das ständige Abschlucken von verwesenden Futterbestandteilen, die in den Belägen Platz finden und die Bakterien welche sich in dem Zahnstein vermehren, wird der gesamte Organismus vergiftet. Herz und Niere tragen zuerst Schäden davon.

Auch für den Besitzer kann die Erkrankung unangenehme Folgen haben. Der starke Mundgeruch solcher Tiere wird oft als normal angesehen, kann aber durch eine Zahnsanierung und anschließende Pflege komplett bekämpft werden.

Die Behandlung

Der Tierarzt hat die Möglichkeit den Zahnstein zu entfernen. Die Beläge werden mechanisch entfernt und der Zahn anschließend poliert. Die Behandlung findet in Narkose statt. Oftmals stellt sich während einer solchen Zahnsanierung heraus dass einzelne Zähne bereits keinen Halt im Kiefer mehr haben und gezogen werden müssen.

Die Prophylaxe

Zahnstein muss nicht sein!

In der Werbung versprechen die Futtermittelhersteller immer wieder, dass die richtige Fütterung und spezielle Leckerlies Zahnstein verhindern können. Sicherlich ist es eine gute Unterstützung der Selbstreinigungsfunktion, dem Tier Trockenfutter zu geben, welches es gründlich zerkauen muss, doch zur Vorbeugung reicht das nicht!

Ein gesundes Gebiß erfordert manuelle Pflege durch den Tierbesitzer. Dazu sind verschiedene Zahnbürsten und Zahnpasten erhältlich. Für den Anfang bieten sich Fingerzahnbürsten an, da das Tier die Hand des Besitzers am besten annimmt. So genannte Doppelkopfzahnbürsten erlauben das gleichzeitige bürsten der Innen- und Außenseite der Zähne. Die Benutzung von Zahnpasta ist unerlässlich. Speziell für Tiere enthalten sie verschiedene Geschmackstoffe und für die Entfernung der Beläge Schleifkörper.

                                           

 

Zahnpflegeset mit Fingerzahnbürste

 Doppelkopfzahnbürste

Zahnpasta für Tiere

Aller Anfang ist schwer. Bei der Gewöhnung an die Zahnbürste muss der Besitzer viel Geduld aufbringen und Schritt für Schritt vorgehen. Zu Beginn sind die Backenzähne durch Anheben der Lefzen am einfachsten zu erreichen. Das Tier sollte stets für seine Mithilfe belohnt werden. Es ist darauf zu achten, dass das Zahnfleisch oder die Backenschleimhaut nie verletzt wird.

Wichtig ist, dass vor dem Beginn der Pflegemaßnahmen durch den Besitzer, das Gebiß gesund ist. Durch sorgfältige Vorbeugung können dem Hund oder der Katze nicht nur die Narkose für eine Zahnsanierung erspart bleiben. Auch ist es eine sichere Methode Parodontose zu verhindern und damit bis ins hohe Alter der Tiere die Zähne zu erhalten.

Und nicht zuletzt fördert der tägliche Intensive Umgang das gute Verhältnis zwischen Mensch und Tier.


 

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