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Tiershop.de vom 22.11.2006ToxoplasmoseDie Toxoplasmose wird von einzelligen Parasiten hervorgerufen: den Toxoplasmen. Sie ist eine Zoonose, das heißt, dass sie auf den Menschen übertragbar ist. Der Parasit Der Erreger der Toxoplasmose ist der Einzeller Toxoplasma gondii. Der eigentliche Endwirt für den Parasiten ist die Katze und andere Feliden. Für eine vollständige Entwicklung braucht er aber noch so genannte Zwischenwirte. Hier können zahlreiche Saugetiere, darunter unsere Haus- und Nutztiere und auch der Mensch betroffen sein. Daher spricht man von einer Zoonose, also einer Krankheit, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann. Die Übertragung Katzen scheiden mit dem Kot nicht infektiöse Entwicklungsstadien, so genannte Oocysten aus. Im Kot entwickeln sich daraus nach 3-4 Tagen infektiöse Stadien. Nimmt ein anderes Tier zum Beispiel mit dem Grünfutter oder Wasser, diese Stadien auf, so werden die Parasiten im Darm frei. Auch der Mensch kann sich an Salat anstecken. Im Körper bohren sie sich durch die Darmwand und werden mit dem Blut im Körper verteilt. Sie können sich dann vermehren und schließlich in der Muskulatur oder dem Gehirn einkapseln. Als Zysten im Fleisch können sie lange Zeit überdauern und sogar nach dem Tod ihres Wirtes noch 3-4 Wochen bei Kühlschranktemperaturen überstehen. Nur Hitze über 50°C und Gefrieren unter -21°C tötet sie sicher ab. Das infizierte Fleisch ist wieder eine Ansteckungsquelle, sowohl für die Katze als auch für den Menschen. Natürlich kann auch der Katzenkot im häuslichen Katzenklo eine Gefahr darstellen, wenn er nicht regelmäßig jeden Tag entfernt wird! Normalerweise scheiden Katzen nur bei einer ersten Infektion mit Toxoplasma gondii und auch nur für eine begrenzte Zeit Oocysten aus. Die Erkrankung Nach einer Ansteckung mit dem Parasiten zeigt die Katze keine besonderen Symptome. Für eine Zeit von ca. 21 Tagen scheidet die Katze Oocysten aus. Danach ist das Immunsystem auf weitere Infektionen vorbereitet. Etwa 45-70% aller Katzen haben bereits eine Infektion durchgemacht. Auch bei einem gesunden Menschen führt die Infektion lediglich zur Bildung von den oben beschriebenen Zysten. Dabei bleibt der Vorgang völlig unbemerkt. Rund 60-70% der Menschheit ist mit Toxoplasmose bereits in Kontakt gekommen. Wie bei der Katze hinterlässt die Erkrankung auch beim Menschen eine Immunkompetenz. Das heißt bei einer erneuten Infektion setzt sich das Immunsystem schnell zur Wehr. Lediglich bei stark immungeschwächten Menschen und Schwangeren Frauen kann ein Erstkontakt mit dem Parasiten ernstliche Schäden hinterlassen. Während einer Schwangerschaft sind die Toxoplasmen in der Lage in den Fetus einzuwandern und dort zu Mißbildungen zu führen. Aber auch hier gilt, dass ein früherer Kontakt mit dem Parasiten, und ein gesundes Immunsystem schützen. Die Diagnose Im Labor ist ein Nachweis so genannter Toxoplasmen-Antikörper im Blut möglich. Es wird untersucht, ob die Katze sich bereits mit dem Erreger auseinandergesetzt hat. Ausserdem wird Kot von drei Tagen gesammelt und eingeschickt. Zwei Wochen später sollte die Untersuchung wiederholt werden um sicher zu gehen, dass nicht gerade eine frische Infektion vorliegt. Die Behandlung Da die Toxoplasmose keine Beschwerden verursacht und die Ausscheidung von Oocysten nach drei Wochen bei der Katze von alleine aufhört, muss sie nicht behandelt werden. Auch beim Menschen ist eine Behandlung nicht nötig. Die Vorbeugung Eine Katze mit Auslauf von den Parasiten fern zu halten ist fast unmöglich. Im Laufe ihres Lebens macht sie mit großer Wahrscheinlichkeit eine Infektion durch. Hauskatzen können geschützt werden in dem man den Kotakt zu fremden Tieren unterbindet und niemals rohes fleisch verfüttert. Achtung! Auch manche Rohwurst wie zum Beispiel kurzgelagerte Mettwurst kann Zysten enthalten! Schwangere Frauen sollten so gut es geht geschützt werden, wenn sie keine Antikörper gegen die Infektion tragen. Gewisse Lebensmittel sollten gemieden werden: kurzlagernde Rohwürste, Tartar oder blutige Steaks sind potentielle Ansteckungsquellen. Auch Salat und Gemüse aus dem Garten kann belastet sein. Ist eine Katze im Haushalt sollte sie wie oben beschrieben auf das Vorhandensein einer Infektion getestet werden. Strikte Hygiene in Katzenklo beugt der Entwicklung infektiöser Stadien sicher vor. Eine Katze wegen einer Schwangerschaft abzugeben oder gar zu töten ist sicherlich keine Lösung!
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