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Tiershop.de vom 20.11.2006ParodontitisParodontitis entsteht bei mangelnder Zahnpflege. Vier von fünf Hunden im alter von fünf Jahren sind massiv erkrankt. Das Parodont Unter Parodont versteht man den Zahnhalteapparat. Es bildet eine funktionelle Einheit aus verschiedenen anatomischen Strukturen. Dazu gehören das Zahnfleisch (Gingiva), der faserige Zahnhalteapparat (Desmodont und Parodontalfasern), das Zahnzement und der Kieferknochen. Die Entstehung von Parodontitis Unter Parodontitis versteht man eine Entzündung des Zahnhalteapparates. Durch mangelnde Hygiene können die Beläge auf den Zähnen zunehmen. In der Plaque befinden sich verschieden Bakterien die sich hier vermehren können. Es entsteht eine Gingivitis (Zahnfleischentzündung). Der Spalt zwischen Zahnfleisch und Zahn, der normalerweise dicht sein sollte, weitet sich aus und es bildet sich eine Tasche. Hier siedeln sich speziell solche Bakterien an, die in unbelüftetem Milieu wachsen. Als nächstes wird der faserige Halteapparat angegriffen und schließlich sogar der Knochen. Während die Zahnfleischentzündung heilbar ist, kann die Parodontitis nicht rückgängig gemacht werden. Erschreckend ist, dass vier von fünf Hunden im Alter von fünf Jahren bereits eine massive Parodontitis haben! Die Folgen Zuerst bemerkt der Besitzer den mangelnden Appetit, der auf die Schmerzen bei der Futteraufnahme zurückzuführen ist. Oft findet man schon ausgefallenen Zähne oder beim spielen fällt Blut am Stöckchen oder Ball auf. An den starken Mundgeruch haben sich die meisten Besitzer zahnkranker Tiere schon gewöhnt! Neben der unwiederbringlichen Zerstörung des Gebißes können aber auch im restlichen Organismus schwere Schäden verursacht werden. Die aggressiven Bakterien, die sich im Maul vermehren werden ständig abgeschluckt und vergiften das Tier von Innen. Über das Blut können sie bis zum Herz und zur Niere gelangen, wo sie chronische Entzündungen hervorrufen. Die Behandlung Eine Behandlung mit Antibiotika gegen die Bakterienflora führt kurzfristig zur Besserung der Symptome. Jedoch kann die Wirkung nicht lange anhalten, wenn die Ursachen der Parodontitis nicht bekämpft werden. Der Tierarzt hat die Möglichkeit einer kompletten Zahnsanierung in Narkose. Die Beläge auf dem Zahn, aber auch in den Zahntaschen werden gründlich entfernt. Bereits stark gelockerte Zähne werden gezogen. Dabei können die entstehenden Löcher unter Umständen verschlossen werden. Zuletzt werden die Zähne poliert um die neuerliche Bildung von Plaque zu unterdrücken. Dann müssen die vorliegenden Entzündungen geheilt werden, damit das Zahnfleisch sich wieder anlegen kann. Dazu bekommen die Tiere vom Tierarzt Antibiotika gespritzt. Doch auch nach einer solchen Sanierung können die Krankheitssymptome wieder auftreten. Die beste Möglichkeit das Tier zu schützen ist die tägliche Zahnpflege durch den Besitzer. Dazu sind verschiedene Zahnbürsten und Zahnpasten erhältlich. Für den Anfang bieten sich Fingerzahnbürsten an, da das Tier die Hand des Besitzers am besten annimmt. So genannte Doppelkopfzahnbürsten erlauben das gleichzeitige bürsten der Innen- und Außenseite der Zähne. Die Benutzung von Zahnpasta ist unerlässlich. Speziell für Tiere enthalten sie verschiedene Geschmackstoffe und für die Entfernung der Beläge Schleifkörper. Aller Anfang ist schwer. Bei der Gewöhnung an die Zahnbürste muss der Besitzer viel Geduld aufbringen und Schritt für Schritt vorgehen. Zu Beginn sind die Backenzähne durch Anheben der Lefzen am einfachsten zu erreichen. Das Tier sollte stets für seine Mithilfe belohnt werden. Es ist darauf zu achten, dass das Zahnfleisch oder die Backenschleimhaut nie verletzt wird. Durch sorgfältige Pflege können dem Hund oder der Katze nicht nur weitere Narkosen für eine Zahnsanierung erspart bleiben. Auch ist es eine sichere Methode bis ins hohe Alter der Tiere die Zähne zu erhalten. Und nicht zuletzt fördert der tägliche intensive Umgang das gute Verhältnis zwischen Mensch und Tier.
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