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Tiershop.de vom 03.01.2007Magen-Darm-ErkrankungenDas Verdauungssystem der Nagetiere ist empfindlich gegen Störungen. Häufig sind Fütterungsfehler die Ursache für Erkrankungen. Das Verdauungssystem des Meerschweinchens Meerschweinchen haben einen nur schwach bemuskelten Magen, der zum Weitertransport der Nahrung in den Darm nur wenig beitragen kann. Daher muss ständig Nahrung aufgenommen werden, damit das nachdrängende Futter den Nahrungsbrei in den Darm weiterschieben kann. Der Dünndarm, in dem ein überwiegend enzymatischer Verdauungsprozess stattfindet, ist mit eineinhalb Metern beim Meerschweinchen (drei Metern beim Kaninchen) extrem lang. Ein großer Blinddarm beherrbergt unzählige Mikroorganismen, die die mit der Nahrung aufgenommene Rohfaser durch Vergährung aufschließen. Im Grimmdarm wird dem Verdauungsbrei Wasser entzogen. So entstehen die arttypischen Kotbällchen, die der Enddarm ausscheidet. Ist die Nahrungsaufnahme der Tiere behindert, die Bewegung ihres Darmes einschränkt, die Bildung und Abgabe von Verdauungsenzymen gestört oder die Zusammensetzung des Darminhaltes verändert, führt dies innerhalb kürzester Zeit zu Verdauungsstörungen. In deren Folge können auch Herz, Kreislauf und Atmung beeinträchtigt werden.
Tympanie - Blähung
Die Ursache Die Aufgasung des Darmes liegt fast immer an falscher Fütterung. Zu schnelle Umstellung des Futters, plötzliche Gabe von jungem Grün und Klee im Frühjahr, angegorenes oder selbsterhitztes Futter und überfrorene Kohl- und Rübenblätter sind die Hauptgründe für die Verdauungsstörung. Aber auch Kokzidien sind in einigen Fällen der Grund. Die Symptome Die Meerschweinchen nehmen keine Nahrung mehr zu sich, haben einen gespannten aufgetriebenen Bauch und zeigen ihren Schmerz häufig durch Zähneknirschen und beschleunigte Atmung. Ohne Therapie sterben die Tiere an Kreislaufversagen. DieTherapie Liegt eine Tympanie vor, sollte den Meerschweinchen sofort das Futter entzogen werden. Der Tierarzt verabreicht entkrampfende, schmerzlindernde und abblähende Medikamente. Auch Ananassaft hat eine abführende und abblähende Wirkung. Um das Gas zu entfernen kann der Tierarzt bei kreislaufstabilen Tieren eine Magensonde legen. Nach erfolgreicher Behandlung müssen die Tiere langsam mit Heu und Möhrenkraut wieder angefüttert werden. Obstipation - Verstopfung
Die Ursache Bewegungsmangel und trockenes, ballastreiches, schwer verdauliches Futter sind meist der Grund für Verstopfungen. Auch die Fütterung von Haferflocken, Pellets oder Kleie ohne zusätzliches Angebot von Wasser können den Darm verschließen. Die Symptome Die Tiere stellen die Futteraufnahme ein und werden ruhiger. Die Kotballen sind trocken und hart, bis schließlich kein Kot mehr nachgeschoben wird. Der Bauch ist schmerzhaft und angespannt. Die Diagnose Durch die Bauchwand kann der Tierarzt die Kotballen erfühlen. Sicheren Aufschluss bietet ein Röntgenbild. Die Therapie Die Gabe von Paraffinöl soll die Darmpassage erleichtern. Durch sanftes Massieren des Bauches kann die Darmmotorik angeregt werden. Die betroffenen Meerschweinchen sollten so schnell wie möglich wieder angefüttert werden um den Darm anzuregen. Enteritis - Darmentzündung
Die Ursachen Darmentzündungen werden meistens durch eine Reihe gleichzeitig auftretender Faktoren ausgelöst. Wie bei allen Magen-Darm-Erkrankungne spielt die Fütterung auch hier eine entscheidende Rolle. Aprupte Futterumstellungen, ungleichmäßige Fütterung oder die Gabe von ungeeigneter Ernährung, wie z.B. schnell gärende Futtermittel (frisch getrocknetes Heu, frischer Hafer, kurz geschnittenes Gras) sind ebenso Auslöser der Enteritis wie ein unzureichendes Flüssigkeitsangebot. Auch giftige Stoffe, Pilze und Bakterien im Futter sollten bedacht werden. Ausser über das Futter können Erreger auch in der Umwelt vorhanden sein. Parasiten und Bakterien können sich vor allem bei mangelnder Hygiene stark vermehren. Die Symptome Die Tiere werden durch die entzündlichen Vorgänge auffällig ruhig. Sie stellen die Futteraufnahme ein, bekommen Durchfälle und setzen häufig Harn ab. Durch den Wasser und Elektrolytverlust treten die Augen in die Höhlen zurück und tränen. Ohne Behandlung sterben die Tiere recht rasch. Die Diagnose Anhand einer Blutuntersuchung kann der Verlust von Wasser und Elektrolyten gemessen werden. Ausserdem verschiebt sich der Blut-pH, der Hämatokrit (Anteil der festen Bestandteile des Blutes) und es wir vermehrt Harnstoff im Blut angereichert. Die Therapie Der Verlust durch den Durchfall muss audgeglichen werden. Dazu sollten die Tiere mehrmals täglich mit in Wasser gekochten Haferflocken oder Gries gefüttert werden. Durch das Kochen nehmen die Narungsmittel mehr Wasser auf und sind bekömmlicher für den entzündeten Darm. Auch geriebene Möhren, Knäckebrot können angeboten werden und in jedem Falle gutes, sauberes und pilzfreies Heu. Wenn die Meerschweinchen zu schwach zur Futteraufnahme sind sollen die Zutaten mit einer Spritze über das Maul eingegeben werden. Vitaminzusätze fördern die Erholung. In kritischen Fällen sollten die Meerschweinchen Infusionen unter die Haut erhalten.
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