Der alternde Hund

Was ist Altern?

Altern ist ein komplexer biologischer Vorgang. Dabei handelt es sich nicht um eine Krankheit! Ab welchem Zeitpunkt im Einzelfall dieser Prozeß einsetzt, kann nicht genau gesagt werden. Er variiert individuell.

Beim Hund ist das Altern zumeist genetisch bestimmt. Große Rassen altern schneller als kleine. Der Ernährungszustand beeinflußt das Lebensalter (Fettleibigkeit verkürzt das Alter).

Kastrierte Tiere leben länger als unkastrierte. Die Lebenserwartung wird von der Lebensweise beeinflußt: „Haustiere" leben länger als „Freiläufer".

Faktor 7 gleich 1 Menschenjahr?

Diese Faustformel ist nicht ganz so einfach anwendbar:hund_alt.gif (15901 Byte)

Mittelgroße Hunderassen:
1 Jahr alter Hund = ca. 15 Jahre alter Mensch
2 Jahre alter Hund = ca. 24 Jahre alter Mensch
Ab dann entspricht ein Hundejahr etwa vier Menschenjahren.
Das Greisenalter wird mit ca. 15 Jahren erreicht

Riesenrassen:
1 Jahr alter Hund = ca. 12 Jahre alter Mensch
Ab dann entspricht ein Hundejahr etwa sieben Menschenjahren
Das Greisenalter wird demnach mit ca. 10 Jahren erreicht.    

Zwergrassen:
1 Jahr alter Hund = ca. 15 Jahre alter Mensch
2 Jahre alter Hund = ca. 22 Jahre alter Mensch
Ab dann entspricht ein Hundejahr etwa fünf Menschenjahren
Das Greisenalter wird mit ca. 12 Jahren erreicht.

Hier können Sie berechnen, wie alt in "Menschenjahren" Ihr vierbeiniger Freund in etwa ist. Geben Sie bitte das Alter Ihres Hundes in "Hundejahren" ein und wählen dann einfach eine der 3 Tasten.


Was sind Altersbeschwerden?

Im Alter treten gehäuft Krankheiten und vorwiegend Involutionsprozesse aller Gewebe und Organe auf, wodurch die Leistungsfähigkeit dieser eingeschränkt wird.

Die Folgen sind:

Dem Hundebesitzer fallen meistens nachlassende Sehkraft (trüber Blick) und schlechteres Hören auf. Manchmal erblinden die Hunde sogar, ohne daß es vom Besitzer gemerkt wird, weil die Nase in der gewohnten Umgebung für das „ Sehen" sorgt.
Beim Gesundheitscheck sollte vom Tierarzt immer auf die Augen geachtet werden.

Oftmals kommt es zum Zahnausfall und üblen Maulgeruch durch Zahnstein, Karies, Parondontitis undParodontose.
Auch hier sollte besonders vom Tierarzt beim alljährlichen Gesundheitscheck drauf geachtet werden. Evtl. können vom Besitzer sogar mit Spezialzahnbürste und Hunde Zahncreme die Zähne gepflegt werden. Das kann die Zähne länger erhalten und den Geruch verringern.

Zahnausfall


Zahnstein u. Zahnfleischgeschwüre

 

Gelenkbeschwerden werden durch
steifen Gang, breitbeinigem Stand
und Problemen beim Treppenlaufen leicht erkannt.

Breiter unsicherer Stand u. Gang

Unkastrierte Hündinnen können vermehrt Trinken und vermehrt Urin absetzen. Häufigste Ursache sind chronische Gebärmutterentzündungen. Manchmal fällt dem Besitzer ein Scheidenausfluß auf. Möglicherweise besteht jedoch auch eine Zuckerkrankheit oder ein Nierenschaden. (Bitte möglichst umgehend den Tierarzt aufsuchen).

Unkastrierte Rüden können unter Kotabsatzbeschwerden und/oder Urinabsatzbeschwerden leiden, manchmal begleitet mit blutigem Harn. Dies wird meistens durch eine stark vergrößerte Prostata, die auf Blase, Enddarm und Harnröhre drückt verursacht.

Schnelles Ermüden, häufiges Ruhebedürfnis, nachlassende Spiellust und Hitzeempfindlichkeit deuten auf Herz-Kreislauf Probleme hin. (Mit einer richtigen Diagnose und Therapie kann hier einiges wieder gut gemacht werden.)

Die Haut erscheint oft schütter, dünn, glanzlos, depigmentiert.
Knoten, Knubbel usw. treten häufig in der Haut, an Zehen oder im Gesäuge auf. Manchmal sind es nur Fettgeschwulste, manchmal aber auch bösartige Tumore.


Schüttere Haut 

Hauttumor

Hauttumor

Zehentumor

(Eine den Hund gering belastende Biopsie kann oft leicht eine Diagnose und auch Prognose zulassen.)

Was kann der Hundebesitzer tun?

Das Altern kann nicht gestoppt werden, aber es kann beeinflusst werden:

Der verantwortungsvolle Tierbesitzer sollte sich auf die individuellen Bedürfnisse seines alternden Freundes einstellen. Vielleicht auch seinen persönlichen Egoismus rechtzeitig in den Hintergrund stellen und seinem Freund, wenn sein Leben nicht mehr lebenswert erscheint eine würdevolle Erlösung gewähren.

Copyright der Abbildungen und Fotos liegen beim Verfasser und Herausgeber Dr. med. vet. Stefan Flöck