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Tiershop.de vom 18.12.2006
Kokzidiose

Kokzidien sind einzellige Parasiten, die den Darm und die Leber der betroffenen Kaninchen besiedeln. Je nach Art und Befallsstärke kann die Krankheit tödlich verlaufen.

Der Erreger

Kokzidien sind Protozoen, also Einzeller. Verschiedene Arten leben parasitär in Kaninchen: Eimeria striedae verursacht die Leberkokzidiose, Eimeria intestinalis, E. flavescens und einige andere Arten besiedeln den Darm und verursachen so die Darmkokzidiose. Auch können mehrere Erreger nebeneinander auftreten und Mischinfektionen verursachen.

Die Übertragung

Die Ansteckung erfolgt durch die Aufnahme so genannter Oocysten, die ein krankes Tier mit dem Kot ausgeschieden hat. In den Oocysten entstehen in der Außenwelt bei normalen Temperaturen innerhalb von 2 Tagen Sporozoiten. Diese werden im Darm frei und können sich dort weiterentwickeln. Vor allem Jungtiere im Alter von 6-8 Wochen werden krank.

Die Erkrankung

Die Leber- oder Gallengangskokzidiose verläuft je nach Schweregrad des Befalls und Zustand des Immunsystems unterschiedlich. Mangelde Gewichtszunahme oder gar Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, geschwollener Bauch, freie Flüssigkeit im Bauchraum (Bauchwassersucht), Blähungen, Verstopfungen und Gelbsucht sind Symptome, die von Kokzidien hervorgerufen werden können. Oftmals sterben die Tiere innerhalb von 3-5 Tagen.

Bei der Darmkokzidiose kann wässrig-blutiger Durchfall auftreten, der die Aftergegend verklebt. Die Tiere sind stark geschwächt und werden apathisch. Durch den Verlust an Elektrolyten (Natrium, Kalium, Calcium ect.) können die Kaninchen schon nach kurzer Zeit verenden.

Die Diagnose

Die Symptome deuten auf eine Infektion mit Kokzidien hin. der Nachweis wird über Kotuntersuchungen erbracht, die in manchen Tierarztpraxen direkt durchgeführt werden können. Auch eine Blutuntersuchung auf die Leberwerte bringt sichere Hinweise.

Die Behandlung

Durch die Gabe von Antikokzidia über mehrere Tage, kombiniert mit Vitaminen können die Parasiten eingedämmt werden. Bei starken Durchfällen sollte der Elektrolytverlust durch Infusionen ausgeglichen werden.

Der Tierbesitzer kann die Genesung seines Tieres durch gute Pflege und Hygiene im Kaninchenstall unterstützen. Dabei sollte beachtet werden, dass die Verdauung nicht zum Stillstand kommt.

Die Prophylaxe

Reinlichkeit im Kaninchenstall, durch regelmäßiges Ausspülen der Käfige mit sehr heißem Wasser oder der Behandlung mit Desinfektionsmitteln ist eine wichtige Vorbeugung gegen Parasiten.

 

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