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Tiershop.de vom 04.12.2006
Impfschema für Hunde

Ein junger Hund sollte ab dem Alter von 8 Wochen gegen verschiedene Infektionskrankheiten geimpft werden. Um einen stabilen Impfschutz zu erreichen müssen Impfungen wiederholt und aufgefrischt werden.

Was ist eigentlich eine Impfung?

Bei der Impfung werden Bruchstücke von Erregern oder abgetötete Keime in den Körper eingebracht. Das Immunsystem erkennt diese als "fremd"und produziert Antikörper. Diese sind dazu in der Lage, diese Fremdstoffe im Körper aufzuspüren und zu binden. Danach werden sie der Vernichtung zugeführt. Tritt ein Ernstfall ein und ein echtes Virus oder Bakterium gelangt in den Organismus, so können die künstlich produzieren Antikörper auch diesen binden und unschädlich machen.

Warum Impfen?

Es gibt einige Krankheiten bei unseren Haustieren, die von Viren oder Bakterien hervorgerufen werden und schwere Schäden hervorrufen oder gar tödlich sind. Um die Tiere wirkungsvoll vor diesen Erkrankungen zu schützen sollte man so früh wie möglich mit regelmäßigen Impfungen beginnen.

Die Krankheiten gegen die geimpft werden kann sind:

Klassisches Impfschema

Krankheit

Erste Impfung                    

Nachimpfung                      

Auffrischung                      

Staupe

ab der 8. Lebenswoche 4 Wochen nach der ersten Impfung jährlich*)
Parvovirose ab der 8. Lebenswoche 4 Wochen nach der ersten Impfung jährlich*)
Hepatitis ab der 8. Lebenswoche 4 Wochen nach der ersten Impfung jährlich
Leptospirose ab der 8. Lebenswoche 4 Wochen nach der ersten Impfung jährlich
Tollwut ab der 12. Lebenswoche keine Nachimpfung nötig je nach Impfstoff ein- bis vierjährlich

*) Neuere Veröffentlichungen von 2006 empfehlen die Impfabstände ein Jahr nach der Grundimmunisierung auf längere Intervalle festzulegen (bpt: dreijähriger Rythmus).

Die Grundimmunisierung wird üblicherweise in der 7.-8. Lebenswochen begonnen. Dabei wird gegen Staupe, Parvovirose, Hepatitis und Leptospirose aktiv geimpft. Bei großen Infektionsdruck sollten Sie Ihren Hund bereits in der 6. Lebenswoche gegen Staupe und Parvovirose impfen lassen.

 

Die erste Tollwutimpfung hingegen sollte nicht vor der 12. Lebenswoche erfolgen. 
Bei den Folgeimpfungen gegen die Tollwut kommt es auf den eingesetzten Impfstoff an, ob die Impfung jährlich aufgefrischt werden muss, oder erst nach 3 oder 4 Jahren. Bitte beachten sie dass sich die Impfstoffzulassungen 2006 verändert haben.

Sollte Ihr erwachsener Hund keine Grundimmunisierung bzw. gar keinen Impfschutz haben, ist es dafür in keinem Alter zu spät! Sie sollten in jedem Fall auch einen ausgewachsenen Hund impfen lassen!

Vorbedingungen für jede Impfung:
Es dürfen nur klinisch gesunde Tiere geimpft werden.
Ihr Tierarzt kontrolliert den Gesundheitszustand Ihres Tieres anläßlich der Impfung.
Auch ein eventuell vorhandener Parasitenbefall muß unbedingt vorher beseitigt werden! Ihr Hund sollte daher ca. 14 Tage vor der Impfung entwurmt werden.

Impfungen für eine Auslandsreise

Bedenken Sie auch bitte, dass es Reisebestimmungen für bestimmte Länder gibt, die andere/zusätzliche Impfungen vorschreiben. Für Internationale Reisen sollten sie einen EU-Heimtierausweis bei sich führen, in dem die Impfungen Ihres Hundes vermerkt sind.

Für die Reise in einige Länder muss der Impftiter für Tollwut nachgewiesen werden. Das heisst im Blut werden die Antikörper nachgewiesen und ausgezählt. Sind es nicht genug, muss nachgeimpft werden.

Borreliose impfen?

Gegen die Borreliose liegt ein Impfstoff vor, der einen Wirkstoff gegen einen Stamm von Borrelia burgdorferi der in Europa isoliert wurde wirkt. Zumeist werden in Deutschland jedoch andere Borrelienspezies isoliert, gegen die der Impfstoff keine ausreichende Wirkung zeigt. Daher ist eine gute Zeckenprophylaxe nach wie vor ein besserer Schutz.

Entscheidet man sich doch für die Impfung,  so kann mit der Grundimmunisierung ab einem Alter von 12 Wochen begonnen werden. Es folgt eine zweite Spritze 3-4 Wochen später. Danach muss jährlich nachgeimpft werden um dien Status aufrecht zu erhalten.

Pirodog - Die Impfung gegen Babesien

Die Impfstoffe Pirodog von Merial und das Äquivalent Nobivac Piro von Intervet sind in Deutschland leider nicht zugelassen, wohl aber in Frankreich.

Für die Erstimpfung bekommen die Tiere 2 Injektionen im Abstand von 3-4 Wochen (min. 2, max. 6 Wochen).
Die Erstimpfung sollte ab einem Alter von 5 Monaten, frühestens aber nach den anderen Grundimpfungen, durchgeführt werden.

Die Wiederholungsimpfungen sollten jährlich oder halbjährlich, je nach epidemiologischer Situation, durchgeführt werden.
Bei seit mehr als 6 Monaten geimpften Hunden, die in schwach oder nicht verseuchten Gegenden leben, empfiehlt sich vor jeder möglichen Exposition eine Wiederholungsimpfung.
Nur gesunde und mindestens 10 Tage zuvor entwurmte Tiere dürfen geimpfet werden. Stress jeglicher Art sollte während 48 Stunden nach der Impfung vermieden werden. Nur ausserhalb der grössten Risikoperioden impfen (vorzugsweise Dezember-Januar oder Juli-August).
Eine gute Immunität bildet sich erst 1 Monat nach der 2. Injektion der Grundimmunisierung aus.
Die Impfung sollte demzufolge erst 8 Wochen nach einer durchgemachten Piroplasmose beziehungsweise einer Behandlung mit piroplasmiziden Wirkstoffen geschehen.
Allgemein sollte die Impfung bei jedem Anzeichen einer Immunsuppression (autoimmune Krankheit, chronische Dermatose, immunsuppressive Behandlung) vermieden werden.
Eine vorherige Piroplasmose bildet das grösste Risiko eines Impfmisserfolgs. Die Impfung von mehrmals an Piroplasmose erkrankten Hunden sollte deshalb vermieden werden.


 

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