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Tiershop.de vom 01.11.2005
Der alternde Hund

Was passiert, wenn Hunde alt werden?

Was ist altern?

Altern ist ein komplexer biologischer Vorgang. Dabei handelt es sich nicht um eine Krankheit! Ab welchem Zeitpunkt im Einzelfall dieser Prozeß einsetzt, kann nicht genau gesagt werden. Er variiert individuell.
Beim Hund ist das Altern zumeist genetisch bestimmt. Große Rassen altern schneller als kleine. Der Ernährungszustand beeinflußt das Lebensalter (Fettleibigkeit verkürzt das Alter).
Kastrierte Tiere leben länger als unkastrierte. Die Lebenserwartung wird von der Lebensweise beeinflußt: "Haustiere" leben länger als "Freiläufer".


 

Schwere Hüftgelenksdysplasie mit Arthrosen



Faktor 7 gleich 1 Menschenjahr?
Diese Faustformel ist nicht ganz so einfach anwendbar:

Mittelgroße Hunderassen:
1 Jahr alter Hund = ca. 15 Jahre alter Mensch
2 Jahre alter Hund = ca. 24 Jahre alter Mensch
Ab dann entspricht ein Hundejahr etwa vier Menschenjahren.
Das Greisenalter wird mit ca. 15 Jahren erreicht

Riesenrassen:
1 Jahr alter Hund = ca. 12 Jahre alter Mensch
Ab dann entspricht ein Hundejahr etwa sieben Menschenjahren
Das Greisenalter wird demnach mit ca. 10 Jahren erreicht.

Zwergrassen:
1 Jahr alter Hund = ca. 15 Jahre alter Mensch
2 Jahre alter Hund = ca. 22 Jahre alter Mensch
Ab dann entspricht ein Hundejahr etwa fünf Menschenjahren
Das Greisenalter wird mit ca. 12 Jahren erreicht.

Typische Alterserscheinungen

Im Alter treten gehäuft Krankheiten und vorwiegend Involutionsprozesse aller Gewebe und Organe auf, wodurch die Leistungsfähigkeit dieser eingeschränkt wird.
Die Folgen sind:
- Körpermassenabnahme (außer Fett)
- Bindegewebsabnahme
- Nervenzellverluste
- Muskelzellverluste
- Erhöhte Gewebsverletzlichkeit
- Erhöhte Stressanfälligkeit


 Alter Pudel

Dem Hundebesitzer fallen meistens nachlassende Sehkraft (trüber Blick) und schlechteres Hören auf. Manchmal erblinden die Hunde sogar, ohne daß es vom Besitzer gemerkt wird, weil die Nase in der gewohnten Umgebung für das " Sehen" sorgt.
Beim Gesundheitscheck sollte vom Tierarzt immer auf die Augen geachtet werden.
Oftmals kommt es zum Zahnausfall und üblen Maulgeruch durch Zahnstein, Karies, Parondontitis undParodontose.
Auch hier sollte besonders vom Tierarzt beim alljährlichen Gesundheitscheck drauf geachtet werden. Evtl. können vom Besitzer sogar mit Spezialzahnbürste und Hunde Zahncreme die Zähne gepflegt werden. Das kann die Zähne länger erhalten und den Geruch verringern.

Gelenkbeschwerden werden durch steifen Gang, breitbeinigem Stand und Problemen beim Treppenlaufen leicht erkannt.

 

Wann beginnt das Altern?
Das Altern beginnt individuell zeitlich sehr verschieden. Es gibt ähnlich wie beim Menschen keine genaue Angabe, wann ein Tier alt ist. Generell beginnt das Alter bei großen Rassen früher, bei kleineren später. Die Angaben in folgender Tabelle sind nur ungefähre Richtwerte, sie entsprechen etwa einem 60 jährigen Menschen.

Größe / Gewicht / Eintritt d. Alters
Kleine Hunde / < 10 kg / 11,5 +/- 1,9 Jahre
Mittelgroße Hunde / 10-25 kg / 10,2 +/- 1,6 Jahre
Große Hunde / 25-45 kg / 8,9 +/- 1,4 Jahre
Riesenrassen / > 45 kg / 7,5 +/- 1,3 Jahre

 

Hauttumor

 

Riesiger Hauttumor

 

Hautveränderungen


Eintritt des Alters bei Hunden unterschiedlicher Grösse (Goldston, 1989)

Veränderter Nahrungsbedarf im Alter?
Wenn der Hund alt ist nimmt seine physische Aktivität ab und damit gleichzeitig die Muskelmasse. Dafür nimmt allerdings das Fettgewebe zu. Dieser Vorgang wird zusätzlich durch eine alters bedingte Unterfunktion der Schilddrüse und der Geschlechtshormone bedingt.
Diese Faktoren bewirken beim alten Hund einen geringeren Grundumsatz, wodurch der Energiebedarf des älteren Hundes deutlich sinkt.
Gleichzeitig läßt auch die Motorik des Darmkanals nach, wodurch die Gefahr von Verstopfungen steigt.
Ältere Hunde haben einen höheren Proteinbedarf als jüngere, da Leber und Muskulatur im Alter weniger Eiweiß speichern. Allerdings bewirken hohe Proteingehalte wiederum stärkere Belastungen für die Nieren, deswegen ist die Verfütterung von hochwertigem Eiweiß besonders wichtig.
Die Leber verliert langsam an Speicherfähigkeit für Vitamin A, deswegen sollte dieses Vitamin erhöht zur Verfügung stehen, da sonst in belastenden Situationen Reserven an Vit. A fehlen.
Bei älteren Hunden nimmt die Leistung der Nieren ab. Zuviel Phosphor im Futter kann die Nieren unnötig belasten. Zuviel Salz verursacht häufig hohen Blutdruck, der die Nieren schädigt und gleichzeitig das altersschwache Herz schädigt.

Zusammensetzung des Futters, Art der Fütterung
Demnach sollte ein Futter für Senioren energieärmer, phosphorärmer, und salzärmer sein als für andere Altersgruppen.
Dafür sollte allerdings im Seniorenfutter die doppelte Menge an Spurenelementen und Mineralien wie beispielsweise Kupfer und Zink sowie an Vitaminen insbesondere Vit. A u. Vit. E (wirkt oxidationshemmend) enthalten sein.
Als Eiweißquelle sollten leichtverdauliche und biologisch hochwertige Proteine tierischer Herkunft verfüttert werden. Proteine tierischer Herkunft sind besser als pflanzliche, da ihr Aminosäuremuster besser dem Bedarf des Tieres entspricht.
Der Bedarf an essentiellen Fettsäuren entspricht dem der jungen Hunde.
Bei Neigung zur Verstopfung muß dem Futter Rohfaser dazugegeben werden (Kleien etc.) oder Milch, welche abführend wirken.

Nach Meyer (1990) sollten ältere gesunde Hunde 2 bis 3 mal am Tag gefüttert werden. Die Menge sollte so gewählt werden, daß das Gewicht gleich bleibt.

Bei Funktionsstörungen von Organen kann unter Umständen eine noch speziellere Diät notwendig werden.
Die Fütterung des älteren Hundes muß demnach individuell angepaßt werden. Die Prophylaxe altersbedingter Gesundheitsstörungen beginnt jedoch bei der Ernährung der Welpen und dauert während aller Lebensphasen an.

Weitere Möglichkeiten Ihren Hund im Alter fit zu halten!


 

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