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Tiershop.de vom 04.12.2006
Babesiose

Babesien sind Blutparasiten, die bei einem Biss der braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) oder der Auwaldzecke (Dermacentor reticularis) übertragen werden. Häufig stecken sich die Hunde auf Reisen in südliche Länder mit dem Parasiten an.

Der Erreger

Babesien sind einzellige Parasiten, die in den roten Blutzellen der Wirtstiere leben und sich vermehren. Es gibt viele verschiedene Arten, die von verschiedenen Zeckenarten übertragen werden. Auch sind die Verbreitungsgebiete unterschiedlich:

Babesienart

Überträger

Vorkommen
B. canis canis Dermacentor retikularis                                  Südeuropa (F, E, P, I, H, GR ect.), auch Herde in Mitteleuropa

B. canis rossi

Haemaphysalis leachi

Südafrika
B. canis vogeli Rhipicephalus sanguineus Südeuropa, Tropen, Subtropen
B. gibsoni


Die Babesien selber sind nur ca. 2,4 - 5 µm groß und liegen nebeneinander in den Erythrozyten (roten Blutkörperchen). Saugt eine Zecke bei einem erkrankten Tier Blut, nimmt sie auch die Parasiten mit auf. Da Zecken in ihrem Entwicklungszyklus mehrere Male Blut aufnehmen und dabei den Wirt wechseln, kann der Parasit beim nächsten Saugakt leicht auf ein gesundes Tier übertreten.

Auch bei den Katzen gibt es verschiedene Arten der Babesiose.

Durch den zunehmenden Reiseverkehr in den letzten Jahrzehnten und die zunehmende Klimaveränderungen konnten sich auch in Deutschland so genannte Endemiegebiete bilden, in denen Dermacentor reticularis lebt. Auch kann sich diese Zecke innerhalb von Häusern etablieren.

Die Erkrankung

Die Inkubationszeit liegt bei 10-14 Tagen. Durch die Vermehrung des Parasiten in den roten Blutzellen wird das Immunsystem auf diese Zellen aufmerksam. Neben der Zerstörung durch den Parasiten löscht nun der Körper seine eigenen Blutzellen aus (Autohämolyse). Das führt zu einer Blutarmut (Anämie) und dadurch zu einem verminderten Sauerstofftransport (Hypoxie).

Des weiteren haben die Tiere Fieber, Gelbsucht, vergrößerte Leber und Nieren und sind appetitlos.

Die Diagnose

Anhand der Blut- und Urinwerte kann der Tierarzt einen Verdacht auf Babesiose äußern. WICHTIG! Wenn sie mit Ihrem Hund auf Reisen in südlichen Ländern waren, müssen sie Ihren Tierarzt unbedingt davon unterrichten!

Im Blut erkrankter Tiere können Antikörper (Produkt des Immunsystems) gegen den Parasiten nachgewiesen werden. Dazu kann eine Probe entweder in ein spezielles Labor eingeschickt werden oder ein Test in der Praxis selbst durchgeführt werden. Auf einem speziell gefärbten Ausstrich des Blutes können die Babesien unter dem Mikroskop sichtbar gemacht werden.

Die Behandlung

Es gibt kein Medikament, mit dem sich der Parasit komplett bekämpfen lässt. Allerdings können die Hunde durch Infusionen und Frischbluttransfusionen erst stabilisiert und später stabilisiert werden. Die dazu eingesetzten Medikamente müssen häufig aus dem Ausland bestellt werden.

Bei einer regelmäßigen Kontrolle können die Hunde trotz des Parasiten einige Jahre gut weiterleben.

Die Prophylaxe

Um der Erkrankung erst gar keine Chance zu geben, sollten die Hunde schon vor Antritt einer Auslandsreise regelmäßig mit Antiparasitika gegen Zecken behandelt werden. Eine gründliche Kontrolle des Hundefells und regelmäßiges Ausbürsten sind weitere Maßnahmen gegen die Überträger der Parasiten.

Es ist möglich gegen die Babesiose zu impfen.

Pirodog - Die Impfung gegen Babesien

Die Impfstoffe Pirodog von Merial und das Äquivalent Nobivac Piro von Intervet sind in Deutschland leider nicht zugelassen, wohl aber in Frankreich.

Für die Erstimpfung bekommen die Tiere 2 Injektionen im Abstand von 3-4 Wochen (min. 2, max. 6 Wochen).
Die Erstimpfung sollte ab einem Alter von 5 Monaten, frühestens aber nach den anderen Grundimpfungen, durchgeführt werden.

Die Wiederholungsimpfungen sollten jährlich oder halbjährlich, je nach epidemiologischer Situation, durchgeführt werden.
Bei seit mehr als 6 Monaten geimpften Hunden, die in schwach oder nicht verseuchten Gegenden leben, empfiehlt sich vor jeder möglichen Exposition eine Wiederholungsimpfung.
Nur gesunde und mindestens 10 Tage zuvor entwurmte Tiere dürfen geimpfet werden. Stress jeglicher Art sollte während 48 Stunden nach der Impfung vermieden werden. Nur ausserhalb der grössten Risikoperioden impfen (vorzugsweise Dezember-Januar oder Juli-August).
Eine gute Immunität bildet sich erst 1 Monat nach der 2. Injektion der Grundimmunisierung aus.
Die Impfung sollte demzufolge erst 8 Wochen nach einer durchgemachten Piroplasmose beziehungsweise einer Behandlung mit piroplasmiziden Wirkstoffen geschehen.
Allgemein sollte die Impfung bei jedem Anzeichen einer Immunsuppression (autoimmune Krankheit, chronische Dermatose, immunsuppressive Behandlung) vermieden werden.
Eine vorherige Piroplasmose bildet das grösste Risiko eines Impfmisserfolgs. Die Impfung von mehrmals an Piroplasmose erkrankten Hunden sollte deshalb vermieden werden.


 

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